Biografie

DÄNU SIEGRIST GEHÖRT ZU DEN WEGBEREITERN DER MUNDARTROCK UND -POPMUSIK IN DER SCHWEIZ, SEINE MUSIKALISCHE LAUFBAHN BEGINNT ANFANG DER 1970ER JAHRE.

1970er Jahre

1972 – 74 sammelt Siegrist als Gitarrist der Berner Art-Rock-Band Lindbergh erste Banderfahrungen. Lindbergh-Bassist Higi Heilinger führt später mit seinem Label Black Cat Züri West zum Erfolg. 1975 wird Siegrist Mitglied der Band Span. Mit der Bandkommune lebt er sechs Jahre im Emmentaler Bauernhaus auf der Hämlismatt, bei Arnisäge. Dort arbeitet er ab 1977 auch mit Polo’s Schmetterding. Die Formation besteht aus der Band Span, Pianistin Marianna Polistena und Polo Hofer. Die Gagen sind vorerst mager, die Lebensumstände hart. Erst 1979 durch erste TV- und Radiopräsenzen und die Vergoldung der zweiten Schmetterding-LP Tip-Topi-Type, wird die Situation besser.

1980er Jahre

Zu Beginn der 80er Jahre schlägt Dänu Siegrist seine Zelte in Basel auf. In Marc Krebs’ Buch Pop Basel (merianverlag.ch) erklärt er den Umzug so: «Ich kannte Basel relativ gut, da ich damals mit Span und Polo Hofer mehrmals pro Jahr, mehrere Nächte im Atlantis gespielt hatte. Dieses bedeutenste Konzertlokal der Schweiz hatte eine grosse Anziehungskraft. Die Frage des Wohnortes war für mich als Musiker zweitrangig, die meiste Zeit verbrachte ich ohnehin in Proberäumen, unterwegs oder auf der Bühne». Die Zusammenarbeit mit Polo Hofer dauert vier Jahre, von 1977 bis 1981. Siegrist komponiert für Schmetterding Songs wie Oh Ramona und Wägem Gäld, die auch noch Jahre später von Polo Hofer’s Schmetterband intoniert und auf diversen Compilations veröffentlicht werden.

Ende der 70er Jahre beginnt Siegrist’s Musikerfreundschaft mit dem Protestsänger und Liedermacher Tinu Heiniger. Sie führt ab 1981 über mehrere Jahre zu diversen gemeinsamen Tournee- und Studioproduktionen. Darunter die in Langenthal produzierte Doppel-LP Live im Chrämerhuus und das von Büne Huber produzierte Album Läbe Wie Ne Chatz. Heiniger’s unbequeme und tiefgründige Texte inspirieren Siegrist zu Liedern wie Heimatland und Fahne Im Wind.

Neben seiner Arbeit als Komponist und Texter produziert Dänu Siegrist 1981 den Span-Longplayer Tschou Tsäme (Live im Atlantis Basel) und organisiert Konzerte für die Band. Sein Weggang von Schmetterding erlaubt es ihm, sich verstärkt für einen Plattenvertrag einzusetzen und er erreicht für Span einen Deal mit dem Major-Label Ariola Eurodisc. Das erste Studioalbum von Span wird im Soundville Studio in Luzern produziert und enthält das Original des Titels Louenesee. Der Song erfährt zuerst keine grosse Beachtung. Erst Jahre später setzt sich die Melodie bei Publlikum und Medien durch und wird zum Evergreen. Span erreichen durch den Song und ihre intensiven Konzerte mit typischem Bärner Rock Kultstatus.

1987 gründet Siegrist seine eigene Band. Im Sunrise Studio Kirchberg (SG) relaisiert er unter der Regie von Heiri Vogel das Debut-Album Eins. Zusammen mit Kuno Lauener von Züri West, die dort gleichzeitig ihre Maxi-Single Kirchberg aufnehmen, komponiert und interpretiert er den Song Niemer. Für neuen musikalischen Schwung sorgt das ehemalige Stitch-Rhythmusteam Ditschgi Gutzwiller und Boots. Letzterer zupft später den Bass für Sina. An den Tasten wirkt Filmmusikkomponist Ben Jeger.

1990er Jahre

1991, mit Basler Band veröffentlicht die Dänu Siegrist das zweite Album I Mine Ouge. Als Gastmusiker fungieren die ehemaligen Weggefährten, Hofer (I Mine Ouge) und Heiniger (Heimatland), sowie die Schweizer Blues-Harp-Koryphäe Dänu Krieg (Heimatland). Im gleichen Jahr nehmen Siegrist und Hofer unter dem Titel Rockrat den Song Stars auf. Die Single dient dem aus bekannten Schweizer Musikern gebildeten Rockrat um sich auf kulturpolitischem Parkett für mehr Schweizer Popmusik am Schweizer Radio und Fernsehen einzusetzen.

1992 erhält die Dänu Siegrist Band vom Zytglogge-Verlag eine Einladung am Projekt Matter Rock, eine Homage an Mani Matter, teilzunehmen. Siegrist ist neben Patent Ochsner, Hanery Ammann und Stephan Eicher einer von 24 Künstlern die Matter-Lieder als Popsongs interpretieren. Er produziert dafür im Powerplay-Studio in Maur, unter der Regie von Tonmeister Eric Merz, den Titel Ds Nünitram. Anschliessend realisiert die Dänu Siegrist Band ihr Album Nimm Mi Mit. Positive Reaktionen der Medien auf den Titlesong der CD versprechen ein aussichtsreiches Jahr. Nimm Mi Mit erzielt in kurzer Zeit eine ansprechende Verkaufszahl von 5000 verkauften Exemplaren.

1994, schafft sich Siegrist neben seiner musikalischen Tätigkeit ein zweites Standbein und gründet zusammen mit Musikfachleuten das Nordwestschweizer Musiknetzwerk RFV Basel, für das er während 19 Jahren als Vorstand, Fachleiter und Geschäftsleiter tätig ist.

1995 realisiert Siegrist sein viertes Album Dänu Siegrist Band und geht mit Band unplugged auf die Lysligi Tour. Der Song Fahne Im Wind, eine Mundarthymne gegen Opportunismus, wird auf dem Sampler Swiss Band Aid veröffentlicht, der Titel Ha No E Ring Vo Dir (Gastmusiker Hank Shizzoe) erreicht die Rotation von Radio DRS 3.

2000er Jahre

Wasser U Brot ist 2000 die letzte Studioproduktion mit der Dänu Siegrist Band und ab dem Millennium beginnt eine Reihe von Solo-Aktivitäten Siegrist’s als Sänger und Songschreiber. Daneben kommt es auch zu vereinzelten Konzertauftritten im Duo mit Pascal Steiner (Patent Ochsner).

Mitte 2012 beschliesst Dänu Siegrist wieder ins Studio zu gehen und eine Auswahl von neu komponierten Songs aufzunehmen. In Zusammenarbeit mit dem Produzententeam Giacun Schmid, Darren Hayne und den renommierten Basler Musikern Francois Terrapon, Luc Montini und Eric Gut, entsteht im One Drop Studio (Basel) der Soundtrack zum neuen Album Chansons Urban (2014). Zu Gast an den Tasten ist der Niederländer Pim Kops (De Dijk).